FAQ: Fragen und Antworten zu den Digiscouts

Was sind Digiscouts?

In dem dreijährigen Projekt des RKW setzen Auszubildende in ihrem jeweiligen Lehrbetrieb ein kleines, überschaubares Digitalisierungsprojekt um. Denkbar sind beispielsweise: Video-Tutorials, die Azubis für die Anleitung an bestimmten Maschinen herstellen. Lösungen für die Vermeidung von "Systembrüchen" an den Schnittstellen von Prozessen. Ideen für eine digitale Kundenansprache. Konzepte für digitales Azubimarketing. Einsatz von digitalen Techniken für eine bessere Lagerhaltung.... und und und. Der Phantasie der Azubis sind keine Grenzen gesetzt.

Einzige Bedingungen:  Das Projekt muss für den Betrieb wirtschaftlich sinnvoll sein und dauerhaft genutzt werden können. Die Umsetzung des Projekts soll nicht länger als sechs Monate dauern. 

Digitalisierung heißt: Verknüpfung von Menschen, Dingen, Prozessen, Dienstleistungen und Daten mit dem Ziel, wettbewerbsfähiger und flexibler zu werden.

Was haben Sie von Digiscouts?

  • Ihr Unternehmen profitiert unmittelbar von dem Digitalisierungsprojekt, das Ihre Azubis umsetzen.
  • Der Betrieb und die Azubis werden über die gesamte Projektlaufzeit professionell begleitet.
  • Die Azubis gewinnen soziale und digitale Kompetenzen hinzu.
  • Auf einer Lernplattform stehen Qualifizierungsbausteine zur Verfügung, mit denen Azubis aber auch andere im Unternehmen ihr Wissen rund um die Digitalisierung erweitern können, beispielsweise zum Thema Datenschutz und Datensicherheit.
  • Im Austausch mit anderen Digiscout-Betrieben lernen Sie deren Lösungsansätze kennen.
  • Das Unternehmen wird insgesamt fitter für die digitale Zukunft.

Wer kann mitmachen?

Digiscout-Projektbetrieb kann jedes Unternehmen werden, das ausbildet und nicht mehr als 500 Beschäftigte hat. Sowohl die Branche als auch die Ausbildungsberufe spielen keine Rolle. Das Unternehmen sollte in einer der Pilotregionen angesiedelt sein, um in den vollen Genuss der Unterstützung zu kommen. Unternehmen außerhalb der Regionen können ebenfalls mitmachen, müssen dann allerdings auf das Coaching verzichten.

Wie viele Azubis sollten ein Projekt durchführen?

Idealerweise zwei Azubis, weil sie sich gegenseitig unterstützen und voneinander lernen können. Je nach Projektgröße sind bis zu fünf Azubis pro Projekt vorstellbar.

Können Azubis aus unterschiedlichen Branchen ein Tandem bilden?

Ja, das ist gerade gewollt und so lassen sich Potenziale finden, die wegen der „Betriebsblindheit“ unentdeckt bleiben würden. Und das „Über den Tellerand-gucken“ ist wichtig in der digitalisierten Welt.

Welche Azubis eignen sich? Wie wähle ich sie aus?

Es eignen sich alle Azubis, die motiviert sind und nicht gerade erst die Ausbildung begonnen haben. Besonders interessant sind interdisziplinäre Team. Auch wenn ein Azubi gerade fertig geworden ist, kann er noch mitmachen.

Muss der Azubi bei der IHK gemeldet sein?

Nein. Wenn der Betrieb jemanden als Azubi versteht, ist das in Ordnung.

Was könnte ein Betriebsprojekt sein?

Wir denken vor allem an Systembrüche: Etwas wird digital abgewickelt, aber der nachfolgende Vorgang findet in Papier statt; oder Daten werden doppelt erfasst.
Denkbar sind aber auch Betriebsprojekte im Zusammenhang mit der Website oder Social Media. Die Betriebe sollten die Azubis fahnden lassen und sich auf ein Experiment einlassen. Dafür haben wir den RKW-DiScover als strukturiertes Fragetool entwickelt.

Kann man den Azubis eine Richtung für das Projekt vorgeben, oder müssen sie selbst drauf kommen?

Sie sollen selber Ideen entwickeln, darum nicht direkt etwas vorschlagen. Sanftes Hinlenken auf eine bestimmte Fragestellung ist erlaubt. 

Muss sich der Azubi einen ganzen Prozess neu ausdenken, oder was soll er digitalisieren?

  • Nein, er muss sich keinen neuen Prozess ausdenken, das wäre in der Kürze der Zeit und mit dem Wissen der Azubis nicht zu leisten. Es geht um pragmatische, kleine Projekte. Je nach den Ideen der Azubis und was sie daraus dann machen.
  • Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit des vorgeschlagenen Projekts wird vom RKW geprüft, bevor es umgesetzt wird.

Die Azubis sind keine Experten für Digitalisierung? Wie sollen sie so ein Projekt stemmen?

Sie müssen keine Digitalisierungsexperten sein. Es geht darum, einen Einstieg in die Digitalisierung finden. Wir sind überzeugt, die Azubis finden Digitalisierungspotenziale und haben Ideen. Was das Projektmanagement angeht, werden sie von uns vielfältig unterstützt.

Soll der Azubi dem "Alten Hasen" vorschreiben was umgesetzt wird? Die werden sich das nicht gefallen lassen. 

  • Das ist eine Herausforderung der Digiscouts, und eigentlich jeder Innovation: Wie kann ich „Altes“ wertschätzen und „Neues“ einbringen? Ohne Veränderung verändert sich nichts. 
  • Die Ausbilder gefordert, sich auf das Experiment einzulassen. Wir wissen um die Problematik und werden beim Auftaktworkshop mit den Ausbildern besprechen, wie sie damit umgehen können und wie wir sie dabei unterstützen.
  • Durch die Umsetzung des Projektes werden neue Arbeitsweisen erprobt, wie sie in der digitalen Arbeitswelt wahrscheinlich Standard sein werden. Die Mitarbeiter können durch einen optionalen Workshop zum Thema Digitalisierung mitgenommen werden. 

Können Betriebe doppelt teilnehmen mit anderen Azubis beim nächsten Durchlauf?

Ja, wenn es in der Region einen weiteren Durchlauf gibt.

Wie sieht die Betreuung vor Ort aus?

Firmenabhängig, da jede Firma selbst entscheiden muss, wie viel Hilfestellungen sie benötigen bzw. wollen. Austausch immer möglich per Tel, E-Mail und wenn gewünscht auch vor Ort (mit anderen Betrieben zusammen)

Können wir sehen was die Azubis machen bzw. an was sie arbeiten?

Ja. Die Azubis müssen abhaken, was sie schon erledigt haben, und das sehen das RKW und die Ausbilder. Verschiedene Bereiche in den Kursmodulen werden auch erst freigeschaltet, wenn das obligatorische Modul absolviert wurde.

Ist ein späterer Einstieg in das Projekt möglich?

Das Projekt startet mit der Auftaktveranstaltung. Danach ist ein Einstieg schwierig.

Was ist, wenn die Zeit nicht reicht, das Projekt umzusetzen?

Die Machbarkeit wird vom RKW vorab geprüft und das Projekt entsprechend gestaltet. Gibt es im Verlauf Veränderungen, finden wir gemeinsam eine Lösung.